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BLATT J-03WERKJOURNAL · DR

Ein Farbwert, drei Maschinen, drei Tintensysteme. So verhindern wir den Satz „das Rot am Schild ist anders als auf der Karte".

DRDruck15. Januar 20268 MIN

ΔE misst den Abstand zweier Farben im CIE-Lab-Raum. Ein normales Auge erkennt Unterschiede ab etwa ΔE 2. Liegen zwei Flächen direkt nebeneinander, sinkt die Schwelle auf rund 1. Deshalb ist die Karte unter dem Leuchtkasten die härteste Prüfung.

§ 01Ausgangspunkt ist eine Farbe, keine Datei

Wir legen die Farbe an einem echten Muster fest — Pantone oder RAL — messen mit dem X-Rite i1 unter D50 und schreiben erst dann den Lab-Wert ins Markenhandbuch. HEX ist die Ableitung für den Bildschirm, niemals die Quelle.

§ 02Drei Wege derselben Farbe

Offset läuft nach FOGRA51 auf gestrichenem Papier — der größte Gamut. UV-LED auf Dibond verliert rund 6 % Gamut im satten Cyan. Gussfolie Oracal 970 wird nicht gedruckt, sondern aus der Farbkarte gewählt — manchmal müssen alle drei auf den schwächsten Kandidaten eingenordet werden.

§ 03Der physische Abstimmbogen

Für jedes Projekt mit Druck und Schild bauen wir einen A4-Träger mit vier Mustern: Papier, UV auf Dibond, folierter Acryl und Gussfolie. Der Kunde geht damit vor die Tür und gibt bei Tageslicht frei — nicht am Monitor.

TOLERANZ / MESSWERTEJ-03
Interne Toleranz
ΔE ≤ 2,0
Druckstandard
FOGRA51
Normlicht
D50 / 5.000 K
Kalibrierung Messgerät
alle 30 Tage

Farbe existiert nicht in der Datei. Sie existiert auf Material, unter einem bestimmten Licht.
Đỗ Hải Yến

Der Aufwand liegt bei rund 90 Minuten je Projekt. Der Verzicht kostet einen Nachdruck von 800 Karten — meist mehr als das Dreifache.

ENDE DER NOTIZ · J-03
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