ΔE misst den Abstand zweier Farben im CIE-Lab-Raum. Ein normales Auge erkennt Unterschiede ab etwa ΔE 2. Liegen zwei Flächen direkt nebeneinander, sinkt die Schwelle auf rund 1. Deshalb ist die Karte unter dem Leuchtkasten die härteste Prüfung.
§ 01Ausgangspunkt ist eine Farbe, keine Datei
Wir legen die Farbe an einem echten Muster fest — Pantone oder RAL — messen mit dem X-Rite i1 unter D50 und schreiben erst dann den Lab-Wert ins Markenhandbuch. HEX ist die Ableitung für den Bildschirm, niemals die Quelle.
§ 02Drei Wege derselben Farbe
Offset läuft nach FOGRA51 auf gestrichenem Papier — der größte Gamut. UV-LED auf Dibond verliert rund 6 % Gamut im satten Cyan. Gussfolie Oracal 970 wird nicht gedruckt, sondern aus der Farbkarte gewählt — manchmal müssen alle drei auf den schwächsten Kandidaten eingenordet werden.
§ 03Der physische Abstimmbogen
Für jedes Projekt mit Druck und Schild bauen wir einen A4-Träger mit vier Mustern: Papier, UV auf Dibond, folierter Acryl und Gussfolie. Der Kunde geht damit vor die Tür und gibt bei Tageslicht frei — nicht am Monitor.
- Interne Toleranz
- ΔE ≤ 2,0
- Druckstandard
- FOGRA51
- Normlicht
- D50 / 5.000 K
- Kalibrierung Messgerät
- alle 30 Tage
Farbe existiert nicht in der Datei. Sie existiert auf Material, unter einem bestimmten Licht.
Der Aufwand liegt bei rund 90 Minuten je Projekt. Der Verzicht kostet einen Nachdruck von 800 Karten — meist mehr als das Dreifache.

