Vietnamesisch braucht 134 akzentuierte Zeichen über das Basis-Latein hinaus. Viele schöne Lizenzschriften decken nur Latin Extended-A ab und lassen ausgerechnet die häufigsten Zeichen leer: ế, ộ, ữ, ậ. Der Browser fällt auf eine Ersatzschrift zurück — und ein Satz zeigt zwei Schriftbilder.
§ 01Fehler 1: Zeilenabstand nach dem Deutschen bemessen
„Nguyễn" trägt die Tilde über dem Zirkumflex. Bei Zeilenabstand 1,15 — dem gewohnten deutschen Wert — berührt das Zeichen die Unterlängen der Zeile darüber. Für zweisprachige Fließtexte setzen wir mindestens 1,35, für große Headlines 1,2.
§ 02Fehler 2: feste Breiten für Buttonbeschriftungen
„Đặt bàn" hat 8 Zeichen, „Tisch reservieren" 17, „Genehmigungsunterlagen" 22. Ein Button, der für das Vietnamesische passt, läuft im Deutschen über. Wir bauen Layouts grundsätzlich am längsten deutschen String und prüfen danach das Vietnamesische.
§ 03Fehler 3: Versalsatz
VERSALSATZ drückt die Diakritika an die Oberkante, in kleinen Graden verschmelzen sie. Auf Schildern setzen wir trotzdem Versalien, dann aber mit 4 % mehr Laufweite und nie unter 14 mm Versalhöhe.
- Benötigte VI-Zeichen
- 134
- Min. Zeilenabstand
- 1,35
- Min. Versalhöhe (Schild)
- 14 mm
- Prüfstring Layout
- DE, 22+ Zeichen
Eine Schrift, die den Namen des Kunden nicht schreiben kann, ist nicht die Schrift dieses Projekts.
Vor der Schriftfreigabe setzen wir einen Satz mit „ữ", „ộ", „ß" und „ä" und drucken ihn in 8 pt. Was auf Papier lesbar bleibt, überlebt auf der Karte, im Web und am Schild.

