Dibond ist ein Verbund: zwei Aluminiumdecklagen à 0,3 mm auf einem Polyethylenkern, gesamt 3 mm. Acryl GS ist gegossenes, homogenes Material, wir arbeiten meist mit 5, 8 und 10 mm. Beides läuft auf dem Feld 3050 × 2050 mm — das Verhalten ist aber grundverschieden.
§ 01Buchstabentiefe
Dibond 3 mm wirkt vom Gehweg praktisch flach. Für Schattenkante muss gekantet oder auf Distanzhalter gesetzt werden — Zusatzarbeit. Acryl 10 mm bringt Tiefe mit, die polierte Kante fängt das Nachmittagslicht. Bei Westfassade gewinnt Acryl schon in der ersten Runde.
§ 02Sonne und Zeit
PVDF-beschichtetes Dibond ist farbstabil: nach acht Jahren Bewitterung messen wir unter ΔE 3. Klares Acryl vergilbt nicht, billig eingefärbtes schon. Extrudiertes Acryl (XT) verbauen wir außen nicht — es reißt nach einigen Temperaturzyklen um die Bohrungen.
§ 03Preis und Gewicht
Bei 400 mm Buchstabenhöhe liegt Dibond rund 40 % günstiger. Entscheidend für die Befestigung ist aber das Gewicht: Acryl 10 mm wiegt 11,9 kg/m², Dibond 4,5 kg/m². Auf altem Altbauputz ändert dieser Unterschied den kompletten Dübelplan.
- Dibond 3 mm — Gewicht
- 4,5 kg/m²
- Acryl GS 10 mm — Gewicht
- 11,9 kg/m²
- Fräs-Toleranz
- ± 0,15 mm
- Farbdrift nach 8 Jahren (PVDF)
- ΔE < 3
Materialwahl heißt entscheiden, wie es im siebten Jahr aussieht — nicht in der ersten Woche.
Werkstattregel: unter 250 mm Höhe und knappem Budget Dibond; große Höhe, Tiefenwirkung oder Durchleuchtung heißt Acryl. Fassaden über 4 m mischen meist beides — Grundplatte Dibond, Buchstaben Acryl.

