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BLATT J-04WERKJOURNAL · CN

Wir machen die Kalkulation auf. Eine Stunde 3-Achs-Portalfräse besteht aus Werkzeug, Druckluft, Strom, Absaugung, Abschreibung — und dem größten Posten: dem Menschen daneben.

CNCNC & Fertigung11. Februar 20266 MIN

Die Frage kommt oft: die Maschine läuft doch von allein, warum 78 € pro Stunde? Weil „von allein" nur für die mittleren 20 Minuten eines 60-Minuten-Zyklus stimmt.

§ 01Was tatsächlich verbraucht wird

Ein zweischneidiger 6-mm-Schaftfräser für Acryl hält rund 14 Schnittstunden, bevor die Kante zu schmelzen beginnt — 62 € das Stück. Die Vakuumpumpe zieht dauerhaft 2,2 kW, die Späneabsaugung weitere 3 kW. Mit Berliner Gewerbestrom landet der reine Maschinenanteil bei etwa 19 € je Stunde.

§ 02Der Personalanteil

Vor jedem Lauf: Vektoren auf Geschlossenheit prüfen, Schnittrichtung setzen, Haltestege planen, Rohteil spannen, Z-Null antasten, Leerlauf fahren. Danach: Stege trennen, Kanten schleifen, Maße prüfen, Schutzfolie aufziehen. Bei einem Auftrag mit 12 Buchstaben sind 55 % der Zeit Handarbeit.

§ 03Warum wir auf 15 Minuten runden

Minutengenaue Abrechnung klingt fair, erzeugt aber Rechnungen, die niemand prüfen kann. 15-Minuten-Blöcke lassen sich gegen den beigelegten Nesting-Plan halten — dort stehen Plattenzahl, Ausnutzungsgrad und Bahnzeit.

TOLERANZ / MESSWERTEJ-04
Arbeitsfeld
3050 × 2050 mm
Spindeldrehzahl
24.000 min⁻¹
Maschinenanteil
≈ 19 €/h
Ziel-Plattenausnutzung
≥ 82 %

Die Maschine kostet wenig. Das Rüsten kostet.
Jonas Weiß
ENDE DER NOTIZ · J-04
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